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Bilder
Wir haben lange geforscht, inwieweit durch die Veröffentlichung von Bildmaterial, welches Privatpersonen zeigt,
Persönlichkeitsrechte verletzt werden. Nach langem Hin und Her haben wir uns jetzt festgelegt. Wir zeigen die Bilder
und wer sich geoutet fühlt, der soll sich melden.
Doch beginnen wollen wir mit der Club-Historie
Der Donna-Club (1964-1965)
1964 entschlossen sich 4 Schulfreunde des Gymnasiums Backnang, einen Schülertreff zu gründen zum Zwecke des Debattierens. Die Freunde
waren Hans-Jürgen Hartmann, Roland Janke, Günter Löffler und Arno Schumacher. Der Gewölbekeller der Gastwirtschaft "Deutscher Kaiser"
in der Stuttgarter Straße 37 in Backnang wurde als geeignet befunden und entsprechend ausgebaut. Als Sitzgelegenheiten dienten ausrangierte
Kinoklappstühle. Die Steinmauern wurden mit Holzbrettern und Schilfrohrmatten verkleidet. Das war im Herbst 1964. Bald wurde eine Musikanlage
installiert und das Lokal bekam den Namen Donna-Club (nach dem Song "Donna" von Richie Valens aus dem Jahr 1959. Das Holzbrett mit den
fünf Buchstaben D-O-N-N-A aus dem Keller hängt heute im Club). Der Donna-Club kam sehr gut an bei den Teenagern und bald wurde es zu eng
im Keller, und mit der Heizung war das auch so 'ne Sache.
Der Club (1965 - 1985)
Mehr Platz bot der damals ungenutzte ehemalige Tanzsaal des Deutschen Kaiser im ersten Stock. Also wurde dieser als Musikkneipe umgestaltet
und im Frühjahr 1965 in Betrieb genommen. Doch auch dieser Raum war schnell zu klein. So wurden die drei übrigen Räume im ersten Stock
ebenfalls umgebaut und der Club hatte nun die Größe, die er bis in die 90er-Jahre beibehalten sollte. Besonders attraktiv war das freigelegte
Fachwerk, welches als Raumteiler dem Ganzen eine besondere Note gab. (Das Fachwerk ist teilweise heute noch sichtbar.)
Die Ausstattung
Die Einrichtung war einfach und zweckmäßig. Der Boden war mit einem Industrienadelfilz ausgelegt, der es möglich machte, die Veränderung
von festgetretenem Kaugummi über Jahre zu verfolgen. Die Decke war abgehängt mit einer simplen Lattenkonstruktion, auf die Styroporplatten
gelegt waren. Die lange Fensterfront zierte ein schwerer Vorhang, der ebenfalls die Raumakustik positiv beeinflusste, was bei der miserablen
Musikanlage auch dringend nötig war. Die Plattenspieler, der Verstärker und die Lautsprecherboxen waren von Dual (Made in Germany). Das
Mischpult Marke "Eigenbau Walle" existiert heute noch. Die Verzerrungen der Boxen waren enorm, die Ansagen des DJs nicht zu verstehen.
Egal, Hauptsache man konnte den Song grob erkennen. Die Diskothek befand sich strategisch clever positioniert innerhalb des Barbereiches,
wodurch sich die permanente Getränkeversorgung der immer durstigen DJs einfach gestaltete. Darüber hinaus war bei den regelmäßig zelebrierten
Schlägereien sichergestellt, dass die Geräte und die Schallplattensammlung keinen Schaden nahmen. Die Tische waren schwarze Stahlrohrgestelle
mit Furnierplatten aus Nussbaum, von denen vier Exemplare heute noch im Club ihren Dienst tun, ebenso wie zehn Barhocker aus dieser Zeit.
Die Sessel waren Stahlrohrgestelle mit beigefarbenem Cordbezug. Der Cordbezug dunkelte im Laufe der Jahre stark nach und hatte in der End-
phase an vielen Stellen die Farbe von Cola-Asbach; und klebte auch so. Über der Eingangstreppe hing ein Poster von Che Guevara, links davon
ein überdimensionaler Facettenspiegel, der bedrohlich nach vorne geneigt über einer Sitzgruppe hing. Diese Gegenstände waren ebenso Kult der
Club-Ära, wie die begehrten Club-Spiegel mit dem Text "Our favourite hours since '65" (von denen heute noch einige existieren), so wie die
Fototapete mit der Skyline von Manhattan bei der Bar und das Kuhfell an der Wand der Tanzfläche. Die Tanzfläche hatte die enormen Ausmaße
von ca. fünfzehn Quadratmetern. In Spitzenzeiten versuchten dort 30 Leuten zu tanzen. Es ist erstaunlich, dass dies ohne große Verletzungen ablief.
Die Belüftungsanlage bestand aus 3 Wandeinbauventilatoren, die es von Anfang an nicht schafften, das Gemisch aus Qualm, Schweiß und Alkohol
nach draußen zu wirbeln. So entstand die heute noch gerne zitierte und einmalige "Club-Atmosphäre", die wohl ziemliche Ähnlichkeit mit der Ursuppe
aus der Anfangszeit der Erde gehabt haben musste. (Vielleicht wäre ja eine neue Lebensform entstanden, wenn ein Blitz in das Gebäude einge-
schlagen hätte.) Zur "Club-Atmosphäre" gehörte aber auch die Beleuchtung, wenn man überhaupt von BeLEUCHTung sprechen konnte. Die
Räume waren so dunkel, dass man, frisch eingetroffen, Minuten brauchte, um sich zu orientieren, denn außer den Schirmpendelleuchten, die
knapp über den Tischen baumelten, gab es so gut wie kein Licht.
Das Club-Team und die Gäste
Das Personal wurde im Wesentlichen rekrutiert aus Schülern und Studenten. Gefragt waren Barleute, Bedienungen und Diskjockeys. Das Konzept
ging auf und der Club Backnang (das "Donna" fiel mit dem Umzug weg) war jeden Abend bis zum Bersten voll. Auch bei den Gästen handelte es sich
hauptsächlich um Schüler und Studenten. Die Gäste waren zum großen Teil Stammpublikum, sodass sich saisonale Schwankungen kaum bemerkbar
machten. Gerade in den Schulferien war Hochsaison. Damals fuhr man nicht so oft und nicht so lange in den Urlaub wie heute und so brauchten die
Teens und Twens Unterhaltung in der Ferienzeit, welche der Club reichlich bot. Es war ein eingeschworene Clique mit fast familiären Bindungen.
Man traf sich fast täglich und teilte Freud' und Leid miteinander. Man liebte und man zankte sich. Es wurde aber deutlich mehr gelacht als Tränen
flossen. An Weihnachten wurde ein Christbaum aufgestellt und geschmückt und es wurde im Club Heiligabend gefeiert mit der unvergesslichen
Bowle von Tiller (Arnos Mama Ottilie Schumacher). Ein Highlight waren auch die Silvesterparties mit dem Feuerwerk vor dem Haus. Ungezählt sind
die Sachbeschädigungen und Verletzungen durch unsachgemäßes Hantieren mit Feuerwerkskörpern in alkoholisiertem Zustand. Ausgeschenkt
wurde hauptsächlich Bier in Pils-Flaschen der Marke WULLE. Ein Pils kostete 1970 DM 1,30. Nach Übernahme der Brauerei Wulle durch Dinkelacker
im Jahre 1971 gab es die Silberhälsle. Heute ist dieses Bier immer noch im Angebot. (Übrigens wird Dinkelacker die Marke "Wulle" wieder aufleben
lassen.)
The Rise and Fall of the Club
Ende der Sechziger übernahm Reinhardt Semenass die Geschäftsführung des Club und sorgte für stärkere Profitorientierung. Es wurde der Verkauf
von Verzehrbons eingeführt, um die Sprudellutscher zu mehr Konsum zu bewegen. Legendäre Kassierer waren Eberhard Fritz und Helmut Semenass.
Die Frequenz der muskelbetonten Meinungsäußerungen nahm drastisch zu und es war fast an jedem Wochenende ein spannender Austausch der
"Argumente" zu beobachten, der aber die gute Stimmung nur kurz trüben konnte. Mitte der Siebziger öffnete die "Alte Grube" unter der Regie von
Reinhardt S.. Die Geschäftsführung des Club übernahm Erich Noller. Die Siebziger waren die große Zeit des Club Backnang.
Neben dem verstärkten Wettbewerb aus dem eigenen Lager (Die Teilhaber an der "Alten Grube" waren die des Club) und der Eröffnung von anderen
Lokalen kam ein Manko des Club zu tragen, welches bisher nur eine Randerscheinung war: die Sperrzeit. Von Beginn an hatte der Club mit Beschwerden
aus der Nachbarschaft wegen Lärmbelästigung zu kämpfen. Zeitweise wurde die Sperrzeit am Wochenende verlängert auf 1 Uhr, was natürlich fürs
Geschäft negative Auswirkungen hatte. Hatten doch die anderen Diskos bis 3 Uhr, ja manche bis 4 Uhr geöffnet. Dies und die Veränderung des Musik-
geschmacks führten dazu, dass der Club Anfang der Achtziger nicht mehr DIE Szene-Disko in Backnang war. Die Rock-Musik der Siebziger war weitgehend
out. Punk und die Neue Deutsche Welle waren angesagt. Es wurde noch versucht, durch Dekoration dem Club ein anderes Gesicht zu geben und die Musik
entsprechend zu ändern. Ohne Erfolg. Es war erstaunlich, dass sich der Club dennoch bis 1993 hielt. Dies jedoch mehr schlecht als recht. Mehrere Versuche
von Pächtern (Schnulli, Sebastian) an die guten alten Zeiten des Club anzuknüpfen, schlugen fehl. Die Betreiber des Club warfen 1993 nach fast 30 Jahren
das Handtuch.
Der Club wurde Anfang der Neunziger umgebaut als Speisegaststätte. Das Fachwerk wurde verkleidet und verputzt. In die Decke wurde eine Belüftungsanlage
eingebaut und die Decke ebenfalls mit Rauputz versehen. Auf dem Boden wurden helle Steinfliesen verlegt und ein Raum zur Küche umgebaut. Dort, wo
heute die Bar ist, stand ein riesiger Pizzaofen. Die Pizzeria lief nicht gut und so übernahm Wolle das Lokal 1995 und baute es als Dart-Kneipe um. In diese
Zeit fiel das Club-Revival veranstaltet durch Chap und Hucky. Es wurde geladen zu einem 2-tägigen Treffen am 25.+26. September 1998. Das Wochenende
war ein voller Erfolg. Zum nachträglichen Motto wurde der viel geäußerte Spruch: "....wie früher!.....". Nach anfänglichem Erfolg war 2002 für Wolle Schluss.
Ab Februar 2002 betrieb Dietmar den Club als Musikkneipe "POINT Musik-Treff". Im Februar 2006 war auch dieses Kapitel beendet.
Phönix aus der Asche
Das wechselvolle Dasein des Club nahm Mitte 2006 ein schicksalsvolle Wendung: Chap und Hucky wurden mit Arno Schumacher einig, das Lokal als
"Club Backnang" wiederzueröffnen. Am 13. Oktober 2006 war Eröffnungstag. Der Club wird heute von jung und alt gleichermaßen besucht und geschätzt.
Der Musikstil ist geprägt von Rock und Pop ab den Siebzigern. Das Getränkeangebot ist heute vielseitiger, aber dennoch sehr preiswert.
Das Haus Stuttgarter Straße 37 Anfang der 70-er Jahre von der Stuttgarter Straße aus aufgenommen.
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